Top-Team Geschäftsführer DI (FH) Manuel Hofer

Top-Team: DI (FH) Manuel Hofer gibt Einblick in die Arbeitsweise des Zentraleinkaufs

Top-Team zeigt Muskeln

  • Pfeiffer und Coop forcieren Top-Team Einkauf
  • Convenience-Kooperation mit Eisberg

Die Fäden des Top-Team Zentraleinkaufs werden von Traun aus gezogen. Dort, wo früher die Pfeiffer Zentrale angesiedelt war. Umgeben von der Unimarkt- und Transgourmet-Zentrale und dem Transgourmet-C&C-Markt. Die 850 Millionen Einkaufsvolumen, die das Unternehmen jährlich bewegt, kommen von Partnern im Groß- und Einzelhandel: Transgourmet Österreich, Unimarkt, Pfeiffer Groß­handel Nah&Frisch, Euro­gast Österreich und alle ihre Gesellschafter (u.a. Kiennast), Lekkerland Österreich und – vorerst noch – Weiß Handel. Gespräche mit potenziellen neuen Partnern laufen.

International. Die internationalen Verstrebun­gen bekommen für die Einkaufsgesellschaft immer mehr an Bedeutung – steht ja hinter den je zur Hälfte beteiligten Eigentümern (Pfeiffer und Transgourmet) der Schweizer Coop-Riese als Mutterunternehmen von Transgourmet. Die Begeisterung ist auch nicht zu überhören, wenn DI (FH) Manuel Hofer von seiner letzten Geschäftsreise erzählt. Ein Trip nach Vietnam. Dort wurde dem Top-Team Zentraleinkauf Geschäftsführer der Unterschied zwischen extensiver und intensiver Garnelenzucht vor Augen geführt. „Die Herkunft des Produktes wird immer wichtiger, nicht nur im Einzel- auch im Großhandel“, sagt Hofer im REGAL-Gespräch.

Bündelung der Einkäufe. Hofer meint: „Es kommt immer öfter zur Ausschreibung von ganzen Warengruppen.“ Vom Mais, der gemeinsam mit dem Netzwerk in Deutschland und der Schweiz angeschafft wird, bis hin zu Bestellungen über die Eurogroup Far East, die besonders auf den Einkauf von Non Food Artikeln spezialisiert ist. „Wir bestellen eine Jahresmenge, die in Tranchen abgerufen wird.“ Zu den Logistik-Partnern zählen Brummer, Frigologo, TKL und Schachinger.

Regionales. Regionale Lieferanten gewinnen aber auch bei Top-Team immer mehr an Bedeutung. „Auch wenn nur zehn Filialen beliefert werden, können wir den Einkauf abwickeln. Es gibt keine Mindestgröße. Und die Logistik erfolgt ohnehin oft direkt“, erklärt Hofer.
Transgourmet hält einen guten zweistelligen Marktanteil von über 20 Prozent und einen Umsatz von 538 Millionen Euro. Für 2020 seien zwei weitere Standorte in der Pipeline. Aktuell im Fokus: Neue Konzepte für die Gestaltung des Abholmarktes. „Der Zustell-Anteil liegt bei rund 60 Prozent. Der Trend geht immer mehr in diese Richtung, das erfordert ein Umdenken. Wir werden künftig eine andere Gestaltung des Abholmarktes sehen müssen“, ist Hofer überzeugt.

Unimarkt und Pfeiffer. Die Unimarkt Gruppe (Unimarkt, Nah&Frisch, Land lebt auf, Pfeiffer Großhandel und Logistik) landete bei 430 Millionen Euro. Der klare Treiber bei Unimarkt: Die Franchise-Nehmer. Während derzeit noch 100 Filialen und 30 Franchiser das Unimarkt-Schiff bewegen, sollen diese Schlagzahlen umgedreht werden. „Das Ziel sind 100 Franchiser.“ 2018/2019 liegt der Umsatz bei 289 Millionen Euro. Modernisierung und Sortimentsoptimierung geben im nächsten Jahr den Ton an. Die Pfeiffer Großhandelsumsätze der Nah&Frisch (exkl. USt) 2018/2019 betragen 98 Millionen Euro.

Sortiment. Die starken Themen im Sortiment? „Bio ist nach wie vor wichtig, der Gin-Trend hält an und Nahrungsergänzungsmittel nehmen an Bedeutung zu. Allgemein merken wir, dass sich der Fastenboom deutlich relativiert und Genuss wieder im Vordergrund steht.“

Convenience. Im Convenience-Bereich ortet der Geschäftsführer nach wie vor Potenzial. „Es gibt hier sowohl für den Einzel- als auch den Großhandel neue Ideen und Konzepte.“ Im Großhandels-Bereich wird Top-Team verstärkt mit der Firma Eisberg zusammenarbeiten, die Anfang 2019 einen neuen Standort in Marchtrenk eröffnen wird.

Eigenmarken. Eigenmarken-Entwicklung, insbesondere im Preis-Leistungs-Bereich war ein wichtiges Thema im Jahr 2018. „Wir haben unsere Sortimente stark ausgeweitet.“ Die Motivation dahinter? „Natürlich ist es eine Kostenfrage. Darüber hinaus geht es aber darum, eine Kategorie aktiv zu steuern. Und unsere Erfahrung hat gezeigt, dass eine durchgängige Preispositionierung auch jede einzelne Preiskategorie stützt.“ Aktuelles Beispiel: das Strohschwein der Eigenmarke Vonatur. „Es gibt genügend Schweinefleisch-Varianten, wir haben uns trotzdem für die Lancierung entschieden. Das Ergebnis: Das Strohschwein hat sich plangemäß entwickelt und das Bio-Schwein darüber ist um 35 Prozent gewachsen.“ Die Tendenz im Eigenmarkenbereich ist steigend, mit starkem Fokus auf Nachhaltigkeit und Regionalität.

Rohstoff-Datenbank. Nicht weg­zudenken für die Preisbildung ist die interne Rohstoffdatenbank mit 11.000 Rohstoff-Indizes. Sie stoßen Preisregulierungen nach oben oder unten an. „Große Schwankungen gibt es beispielsweise bei Nüssen, Zucker, Milch, aber auch Kunststoff- oder Aluminium-Preise spielen eine Rolle.“ Genauso hatte die gute Apfel- und die schlechte Preiselbeer-Ernte Auswirkungen.

Online. Den Online-Handel hat der Top-Team-Boss fest im Blick. „Die Sortimente im Online-Shop nehmen zu. Die große Herausforderung wird sein, die optimale Kombina­tion aus Mehrwert in der stationären Beratung und großem online verfügbarem Sortiment anzubieten.“ Online gehe es auch um die Frage: „Wie vermarkte ich? Wie kann ich Zusatzkäufe generieren?“

B2B-Plattform. Auf Lieferantenseite bietet der Zentraleinkauf bereits einen Online-Mehrwert mit der B2B-Plattform, die aktuell erneuert wird. Dabei werden viele Prozesse automatisiert. Ein Bereich, der darüber schon erfolgreich abgewickelt wird, sind Produktrückrufe. „Jeder Schritt läuft komplett automatisiert – egal ob öffentlicher oder stiller Rückruf.“

Team. Bei der Frage nach dem wichtigsten Asset eines Unternehmens, zögert Hofer nicht: Mitarbeiter. Mittlerweile 42 an der Zahl. Die Auszeichnung als „Great Place to work“ im Vorjahr habe das Teambuilding stark gefördert.

Verena Widl