Unimarkt-Chef Dkfm. Andreas Haider

420 Millionen Umsatz, stabile Ergebnisse

Unimarkt setzt auf Kaufleute

  • Ziel: 100 Selbstständige bis 2022
  • Inkl. Nah&Frisch beliefert Pfeiffer 500 Standorte

Die Unimarkt Gruppe – Unimarkt, Pfeiffer Großhandel (Nah&Frisch) und die Pfeiffer Logistik – erzielte, laut eigenen Angaben, im Vorjahr einen Umsatz von 420 Millionen Euro. Damit hält Unimarkt drei Prozent Anteil am nationalen Markt. Die Eigenkapitalquote liegt bei 30 Prozent. „Für das kommende Jahr erwarten wir wieder ein Umsatzplus von zwei Prozent“, so Geschäftsführer Dkfm. Andreas Haider. Wachsen will Haider, der 20 Prozent Anteil an der Unimarkt-Gruppe hält, vor allem mit seinen Kaufleuten. „100 Franchise-Partner bis 2022 ist das Ziel.“

Unimarkt. Die Unimarkt Handelsgesellschaft erreichte 2018 einen Umsatz von 283 Millionen Euro – hier liegt das Ergebnis unter Vorjahr. Auf bereinigter Fläche gab es dennoch ein Plus von
2,7 Prozent. „Das ist bewusst weniger als im Vorjahr. Wir konzentrieren uns jetzt auf die Kerngebiete.“ Kerngebiet des Oberösterreichers sind die Franchise-Unimärkte. Hier gibt es auch einen konkreten Plan: „Die Anzahl der Unimarkt-Standorte wird mit 125 gleichbleiben, wobei es innerhalb des Filial-Portfolios zu Verschiebungen kommen wird.“
Neben 22 Umbauten zu Frischemärkten und vier Modernisierungen, bleiben der Umsatzmotor die selbstständigen Kaufleute. Aktuell gibt es 51 Franchisepartner und 73 Eigenfilialen. „Die Anzahl der Franchise-Partner soll gesteigert werden. Am Ende des Geschäftsjahres betreuen wir 65 Kaufleute und liegen bei 60 Filialen.“
Bis 2022 soll die Zahl auf 100 Kaufleute klettern. Und warum Kaufleute? „Neben ihrer flexibleren Art, Entscheidungen zu treffen, haben Kaufleute eine bessere Entwicklung – um 0,5 bis ein Prozent mehr Umsatz als Filialen.“ Die Eigenfilialen nutzt der Obmann des Franchise-Verbands vor allem, um „Konzepte auszutesten“.

Zehn Millionen Euro werden dieses Jahr in die Armada investiert. „65 Prozent in den Unimarkt-Bereich.“ Insgesamt beliefert der Pfeiffer Großhandel 384 Standorte. Der Großhandelsumsatz beträgt 94 Millionen Euro. „13 Nah&Frisch-Märkte wurden renoviert – sechs neue Standorte eröffnet.“ Heuer stehen 14 Modernisierungen und vier Eröffnungen (Salzburg, NÖ, OÖ und Steiermark) auf der Agenda.

Fokus Frische. Ein neues Logis­tik-Konzept steht auch am Plan, gemeinsam mit Transgourmet am Standort Traun. 500 Lieferstandorte werden mit insgesamt 67 LKWs vom Zentrallager Traun und Seiersberg beliefert. Mit externen Partnern macht Pfeiffer Logistik 43 Millionen Euro Umsatz. Frische setzt Unimarkt-Chef Haider auch am POS um: „50 Prozent des Umsatzes machen wir mit Frische.“ Dabei sind österreichische Produkte zentral. „Alle Artikel in Bedienungstheken sind aus der jeweiligen Region – bei Fleisch, Wurst, Käse und Brot.“

Lokal und Regional. 17 Prozent macht Unimarkt mit lokalen Produkten, sieben mit Bio. „Lokal heißt bei uns 30 Kilometer im Standortradius.“ Um den Frische- und Regionalitätsbereich noch mehr zu pushen, wird seit März in allen Standorten an einem Sortimentsumbau gearbeitet, erklärt Haider. Bis 2022 sollen 20 Prozent des Umsatzes aus lokalen Produkten lukriert werden. 30 Quadratmeter räumt Haider für regionale Produkte ein. „Wir in­ves­tieren in Freiflächen.“ Und auch bei den Aktionen arbeitet Haider an einem ausgeklügelten Konzept: „Bei uns gilt nicht ‚Nimm 4 zahl‘ 3‘, sondern schlicht minus 50 Prozent – sparen beim ersten Stück.“ Somit liegt der Aktionsanteil unter den 35 Prozent des Mitbewerbs.

Tankstellen- und Online-Konzept. In Wilfersdorf eröffnete Unimarkt unter dem Namen „Land lebt auf“ seinen ersten Tankstellenshop. „Das ist ein Zukunftsthema, auf dem wir sicherlich drauf bleiben.“ Für 2019 sind jedoch noch keine weiteren Eröffnungen geplant. Neben dem Tankstellen-Format setzt Haider auch auf Online. „Wir ziehen uns nicht zurück – ganz im Gegenteil.“ 8.000 Artikel sind im Sortiment. Der Warenkorb beträgt 90 Euro – letztes Jahr waren es 80 Euro. „Im Vergleich dazu macht die Bonsumme im Markt unter 16 Euro aus.“ Das Online-Wachstum liegt im zweistelligen Bereich. „Der Umsatz liegt bei über einem Prozent.“ Obwohl es nur minimale Entwicklungen sind, investiert Haider weiter in Online, denn „im Trend ist Convenience. Der Zustellservice boomt.“

Anna Lena Wagner