Iglo Austria- GF Felix Fröhner

Iglo Austria-GF Felix Fröhner im großen REGAL-Gespräch über mehr Wachstum

Iglo: Pläne für 2019

  • 2019 mehr Werbedruck
  • Nachhaltigkeit, Innovationen, Qualität
  • Gesamte Kategorie im Fokus

Wie lief es 2018?
Fröhner: 2018 war ein gutes Jahr. Iglo war 2018 mit einem Nielsen Wachstum von über 7% einer der führenden Wachstumsmarken im LH. Wir konnten unseren Marktanteil um 1,5 Prozentpunkte auf 33,5% erhöhen. Besonders freut uns, dass wir unseren mehrjährigen Wachstumspfad damit fortsetzen können und bei allen Kunden die TKK-Kategorie zum Wachsen bringen können. Auch heuer läuft es gut an. Im ersten Quartal 2019 legten wir trotz eines späteren Ostergeschäftes um über 5% im Abverkauf zu.

Was ist der Grund für das tolle Wachstum?
Unsere Wachstumsstrategie greift. So bringen wir immer Innovationen und Renovationen in den Markt, die die aktuellen Trends wie gesündere Ernährung, Nachhaltigkeit und Regionalität aufgreifen. Die iglo Ideenküche ist sehr erfolgreich und zählt bereits zu den Top SKUs bei rezeptiertem Gemüse. Daneben fahren wir einen starken Kommunikationskurs, der auch Digital miteinbezieht. So konnten wir in den letzten drei Jahren die Medialeistung erhöhen und die Bruttokontakte um 40 % stark steigern.

Wo liegen heuer die großen Herausforderungen?
2019 ist aufgrund der deutlichen Steigerungen bei den Rohstoffkosten ein sehr herausforderndes Jahr mit zweistelligen Rohstoffsteigerungen in mehreren Produktbereichen. Die höchsten Steigerungen gibt es bei Fisch & Erdäpfel. Uns ist es aber wichtig, auch in Zeiten von Rohstoffknappheiten und Verteuerungen wie zum Beispiel bei den Erdäpfeln, dass wir auch in diesen schwierigen Zeiten zu unseren Marchfeldbauern stehen und weiter die beste österreichische Qualität liefern, auch wenn diese Qualität ihren Preis hat. Erdäpfel beziehen wir zu 100% aus dem Marchfeld.

Wie will iglo weiter wachsen?
Wir streben ein gesundes nachhaltiges Wachstum an. Unsere Strategie funktioniert gut und hat uns in den letzten drei Jahren ein Nielsen-Wachstum von rund 5% pro Jahr gebracht. Wachstum erreichen wir derzeit vor allem durch Innovationen, Renovationen, durch beste Kommunikation – auch digital – und durch konstant hohe Medialeistung, wo wir mit Fernsehen als Key Medium sehr zufrieden sind. 2018/2019 haben wir mit der iglo Ideenküche fünf neue Gerichte eingeführt, die sehr gut angenommen wurden, jedoch ist Fisch weiterhin unsere Top-Range. Wir investieren weiter in Werbung und erhöhen 2019 den Werbedruck. Ebenso erarbeiten wir gemeinsam mit dem Handel Sortiments- und Platzierungsoptimierungen. Unser Umsatz liegt bei rund 100 Millionen Euro.

TK ist für den Handel weiterhin eine lukrative Kategorie?
Ja, TK ist in der Wertsteigerung und punkto Bruttoprofitabilität auch heuer wieder eine der Top-Kategorien. Und sie wächst. Die gesamte Kategorie generierte laut AC Nielsen 2018 einen Umsatz von 650 Millionen Euro, was einem Plus von rund 1% entspricht (exkl. Eis und Torten im LH inkl. H/L, exkl. Heimzusteller).

Gibt es eine Innovationsrate wie bei anderen Markenartiklern?
Eine definitive Rate gibt es nicht. Wir haben diesbezüglich von unserem Headquarter (Nomad Foods) auch keine Vorgaben. Die Devise lautet: Weniger ist mehr. Beispielsweise im Fischbereich haben wir im Frühjahr erfolgreiche Innovationen in den Handel gebracht, die MSC Bäckerart Mehrkorn-Panier und die MSC Bäckerart Brezel-Panier.

Wie läuft das Gastronomie-Geschäft?
Es ist ein stabiles Geschäft und hat einen Anteil von rund 10% am Umsatz.

Was tut iglo aktuell in punkto Nachhaltigkeit & Regionalität?
Drei Bereiche treiben wir hierzu besonders voran: Nachhaltigkeit, Regionalität, und gesunde Ernährung. So waren wir die ersten, die MSC zertifizierte Fischprodukte anboten, gerade haben wir den Atlantik Lachs jetzt auch zu 100% ASC zertifiziert. Der Rohstoffbezug ist immer dort, wo es die besten regionalen Bedingungen gibt. So arbeiten wir seit Jahrzehnten mit Bauern aus dem Marchfeld zusammen. Gesunde Ernährung treiben wir voran. Wo nötig, setzen wir nur noch nachhaltiges Palmöl ein. Alle unsere süßen Knödel sind in Südmähren produziert und in Kürze palmölfrei.

Bei welchen Produktkategorien spielen diese Aspekte eine besonders große Rolle?
Regionalität ist ein Trend, der sich über alle Produktgruppen zieht. Genauso das Thema gesunde Ernährung. Beim Thema Nachhaltigkeit ist das für unser Portfolio besonders beim Fisch wichtig. Wir sind froh, dass wir mit der TK-Kategorie, die ja bekanntermaßen sogar Vitamine besser erhält als frische Produkte, in einer Kategorie arbeiten, die perfekt zu dem Trend gesündere Ernährung passt.

In Deutschland darf iglo den Nutri­score nicht auf den Verpackungen verwenden. Ist der Nutriscore für Österreich ein Thema?
Unser Ziel ist Transparenz und klare Orientierung für die Verbraucher, die aber auch auf breiter – idealer Weise europäischer – Basis funktioniert und anerkannt wird. Mit der freiwilligen Einführung von „Nutri-Score“ unserer Schwestergesellschaften in Deutschland und Frankreich setzt iglo Akzente in der laufenden öffentlichen Debatte um eine Lebensmittelkennzeichnung. Wenngleich wir feststellen können, dass die einzelne Resonanz von Verbraucherverbänden und interessierten Konsumenten positiv ist, so betreten wir Neuland. Wir von iglo Österreich wollen zunächst einmal von den Erfahrungen unserer Schwestergesellschaften bei der Einführung lernen und es gilt zudem die unterschiedlichen Initiativen der jeweiligen lokalen politischen Institutionen in eine Betrachtung und mögliche Entscheidung einzubeziehen. Im Rahmen des Nutricsore sind alle unsere Top 10 Produkte als „gesund/ grün“ eingestuft, darunter u.a. wegen des hohen Fruchtanteils die iglo Marillenknödel.

Von der EU gibt es ein „Dual Quality Papier“, das vermeintliche Ost-West-Unterschiede thematisiert. Wie ist die Qualität etwa von Fischstäbchen im Osten?
Es gibt keinen Ost-West-Unterschied: Die Fischstäbchen, die in Tschechien, in der Slowakei oder in Ungarn verkauft werden, sind die gleichen wie in vielen anderen Ländern, beispielsweise Großbritannien, Frankreich oder Portugal. All unsere Produkte, insbesondere die Fischstäbchen entsprechen den gesetzlichen Vorgaben und Deklarationsnormen und werden von unabhängigen Instanzen in regelmäßigen Abständen überprüft. Der Fischanteil unserer Fischstäbchen ist auf jeder einzelnen Packung angegeben. Einen Qualitätsunterschied beim Alaska-Pollack, der in allen europäischen Ländern für Fischstäbchen verwendet wird, gibt es nicht.

Vor kurzem haben Sie für Krankenhäuser mit iglo Special Foods eine eigene Marke gelauncht. Kommt das auch in den Handel?
Wir sind stolz, dass wir mit unserem iglo Special Foods Launch für un­sere professionellen Endverwender eine 17 Produkte umfassende Range launchen, die einen Beitrag dazu liefert, die Lebenssituation für viele Menschen zu verbessern. Die iglo Special Foods Produkte sind perfekt auf die Bedürfnisse für Personen mit Kau- und Schluckstörungen abgestimmt und richten sich vorerst an Institutionen wie Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen oder Altenheime. Besonders hervorzuheben sind die Formstabilität trotz gaumenweicher Kost, die optische Attraktivität und der Geschmack. In Schweden gibt es die Produkte schon seit längerem. Diese wurden nun für Österreich adaptiert. Hier können wir als Vorteil als lokale Gruppe auf unser Gruppen-Portfolio zurückgreifen.

Danke für das Gespräch.

R.F.